Studierende von Jade Hochschule und Hanse Institut Oldenburg diskutieren gemeinsam über Chancen, Nutzen und Risiken der Telemedizin bei herzkranken Patienten
30 Studierende aus den beiden Studiengängen „Assistive Technologien“ (Jade Hochschule) und „Bachelor of Nursing“ (Hanse Institut Oldenburg / Hanze University Groningen) trafen sich am 16.05.2011, im Institut für Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule Oldenburg, um über Chancen, Nutzen aber auch Risiken von eHealth zu diskutieren. Am Beispiel von Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz setzten sich die Studierenden mit Möglichkeiten des Telemonitoring der Patienten auseinander.
Dr. Stephan Böhmen, Chefarzt der Kardiologie am Reha-Zentrum Oldenburg, sowie der Ingenieur Stefan Goetze vom Fraunhofer Institut der Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie führten aus medizinischer bzw. technologischer Perspektive in den Tag ein. Anschließend arbeiteten die Studierenden in Workshops an der Frage, wie technische Systeme zur Überwachung von Patienten aussehen könnten und welche Fragen bei der Nutzung dieser Systeme entstehen.
„In Medizin und Pflege bekommt das Thema Telemedizin eine immer größere Bedeutung“, sagt Frauke Wiedermann, Geschäftsführerin des Hanse Institut Oldenburg und Verantwortliche für den Studiengang Bachelor of Nursing. „So weisen Studien darauf hin, dass durch Telemonitoring die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit einer Herzschwäche gesenkt werden kann. Auch kann die Zahl der Wiederaufnahmen in das Krankenhaus durch eine telemedizinische Betreuung vermindert werden und die Lebensqualität der Patienten verbessert sich.“
Die gemeinsame Veranstaltung zeigte, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung sehr wichtig ist. Während der Workshops versetzten sich die Studierenden in unterschiedliche Rollen, um die Vor- und Nachteile der Telemedizin zu erfahren.
„Die Studierenden der Assistiven Technologien denken bei der Entwicklung von Systemen immer zuerst von der technischen Seite“, berichtet Prof. Frank Wallhoff, Institut für Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule. „Umso wichtiger ist es für die Studierenden, auch die Perspektive der Patienten als Anwender der Systeme sowie der Mediziner und Pflegekräfte als Fachexperten der Gesundheitsversorgung zu verstehen. Nur so können Systeme entwickelt werden, die auch praktikabel sind.“
Zum Abschluss des Tages präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse und Statements dem Plenum. Die Beiträge sollen dann im Herbst 2011 in einen Bürgerdialog zur Telemedizin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einfließen (www.buergerdialog-bmbf.de).
Auch zukünftig wollen die Jade Hochschule und das Hanse Institut Oldenburg weiter zusammenarbeiten. Angedacht sind weitere gemeinsame Studierendenprojekte, Ringvorlesungen sowie Fachtagungen.